5 Dinge, die Sie über Ihre Schultern wissen sollten

by Peer Grand
on 08. Juni 2021
Schulter

Dank ihnen können wir unsere Arme in fast alle Richtungen bewegen und auf ihnen tragen wir Lasten verschiedenster Art. Täglich sind sie im Einsatz. Unsere Schultern. Lernen Sie mit diesem Blog 5 Fakten über Ihre Schultern

1 - Die Schulter muss als funktionelle Einheit betrachtet werden

Damit sie nicht nur unsere Arme mit dem Thorax verbinden, sondern auch den täglichen Einsatz meistern können, müssen viele Strukturen im Zusammenspiel als Einheit funktionieren. Die Schulter muss deshalb als funktionelle Einheit betrachtet werden. Zu dieser Einheit gehören Knochen, Muskeln, Bänder und viele weitere Strukturen.

2 - Die Schulter ist das beweglichste Gelenk des Körpers

Dank ihrem Aufbau ist die Schulter das beweglichste Gelenk des Körpers. Durch den komplexen Aufbau und durch die grosse Beweglichkeit der Schulter sind jedoch Ursachen von Schulterbeschwerden nicht immer einfach zu erkennen.

3 - Die Schulter besteht aus mehreren Gelenken

In der Schulter treffen Oberarmknochen, Schulterblatt und Schlüsselbein aufeinander. Die Schulter als funktionelle Einheit besteht jedoch nicht nur aus einem, sondern aus fünf Gelenken. Wenn man bei der Funktion das Zusammenspiel mit der ersten Rippe und der Wirbelsäule noch miteinbezieht, sind es sogar sieben Gelenke. (Siehe Abbildung)

 

Schultergelenk

Für eine einwandfreie Funktion müssen alle diese Gelenke beweglich sein. Deshalb schauen sich Experten bei Schulterbeschwerden nicht nur die Bewegungen des Oberarms, sondern auch die des Schlüsselbeins, des Schulterblatts, der ersten Rippe und der Wirbelsäule an.

 

4 - Die Stabilisierung der Schulter funktioniert vor allem durch Muskelkraft

Damit die Stabilität der Schulter gewährleistet ist, müssen die Gelenke durch straffe Bänder und vor allem durch Muskeln gesichert werden. Insgesamt sind mindestens zwölf Muskeln an der Stabilität und den Bewegungen in der Schulter beteiligt. Dies wird einem vor allem dann bewusst, wenn man unter Schulterbeschwerden leidet, denn häufig spielen sich die Schultererkrankungen in den Weichteilen ab. Eine kräftige muskuläre Stabilität in der Schulter ist deshalb sehr wichtig. Zu den wichtigsten Schultermuskeln gehören die vier Muskeln der «Rotatoren-Manschette». (Siehe Abbildung) 

Supraspinatus

Die vier Muskeln (Supraspinatus, Infraspinatus, Subscapularis und Teres minor) werden als Einheit «Rotatoren-Manschette» genannt, weil sie den Oberarm (sofern sie alle gut funktionieren) wie eine Manschette umschliessen und ihn so in der Gelenkskapsel stabilisieren. Zusätzlich ermöglichen sie Armbewegungen in viele Richtungen. So gehört das Rotieren, das Heben, das Senken und das nach vorne und nach hinten Schwenken des Armes zu ihren Aufgaben. Sie sind alle vier am Schulterblatt befestigt.

 

5 - Die Stellung und Bewegung des Schulterblatts ist essenziell für eine gesunde Schulter

Beim Untersuch der Schulter muss dem Schulterblatt (lateinisch Scapula) besondere Achtung geschenkt werden. Es ist ein flacher dreieckiger Knochen und bildet seitlich die Gelenkspfanne für den Oberarmkopf. Am oberen Eck bildet das Schulterblatt das Schulterdach. Darunter verlaufen Muskelsehnen und andere Strukturen. Wenn zwischen dem Schulterdach und dem Oberarmknochen, zum Beispiel durch eine Fehlstellung des Schulterblatts, eine Verengung des Zwischenraums entsteht, können die darunter verlaufenden Strukturen eingeklemmt werden und so Beschwerden verursachen (sogenanntes «Impingement») Dies zeigt wie wichtig es ist, dass das Schulterblatt sauber steht und bewegt. Für diesen Mechanismus der Position und Bewegung des Schulterblattes sind wiederum vor allem muskuläre Strukturen verantwortlich. In der Physiotherapie kann ein sauberer scapulathorakaler Gleitmechanismus (Stellung und Bewegung des Schulterblattes) mit spezifischen Übungen («Scapulasetting») trainiert werden.

Extrawissen zur Schulter

Neben den Muskeln, Bändern und Knochen gehören noch andere wichtige Strukturen zur Schulter.

Vier Schleimbeutel liegen in der Schulter. Sie trennen Sehnen, Knochen und Muskeln voneinander und sorgen dafür, dass der Druck und die Reibung zwischen den Strukturen gering ist und dienen so als Schutz. Eine Entzündung der Schleimbeutel kann sehr schmerzhaft sein und führt meist zu einer Bewegungseinschränkung.

Die Gelenkslippe ist ein Faserknorpelring und umgibt die Pfanne des Hauptgelenks der Schulter (am Schulterblatt). Sie vergrössert so die Gelenkspfanne, dichtet das Gelenk ab und hilft dabei, den Kopf des Oberarmkopfes in der Gelenkspfanne zu zentrieren. Bei Schulterverletzungen (wie z.B. Schulterluxationen oder beim Ausriss des längeren Kopfes der Bizeps-Sehnen) kann es dazu kommen, dass die Gelenkslippe auch geschädigt wird und dies muss häufig operativ versorgt werden.

Die Gelenkskapsel schützt das Gelenk und sorgt mit der Gelenksflüssigkeit für eine geschmeidige Bewegung im Gelenk.

Von der Halswirbelsäule aus laufen viele Nerven über die Schultern zu den Armen. Bei Verletzungen oder Fehlstellungen der Schulter können diese auch eingeklemmt oder gereizt werden, was typische Nervenschmerzen (brennend, einschiessend, elektrisierend) und/oder Gefühlsstörungen verursachen kann.

Die Faszien sind Bindegewebsstrukturen, welche sich wie ein Netz durch den ganzen Körper ziehen und Muskeln, Muskelgruppen, Gelenke, Organe und ganze Körperabschnitte umhüllen. Wenn sie verkleben kann dies zu Bewegungseinschränkungen und auch zu Schmerzen führen. Auch bei Schulterbeschwerden muss immer an die Faszien gedacht werden.

Zusammenfassung

Durch ihren komplexen Aufbau kann es in der Schulter aus verschiedensten Gründen zu Beschwerden kommen. Die Physiotherapeuten sind ausgebildete Experten für den Bewegungsapparat und helfen Ihnen herauszufinden, wo die Ursache Ihrer Schulterbeschwerden liegen und zeigen Ihnen, wie Sie gegen diese Beschwerden angehen können.

 

 

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