Schlaganfall was bedeutet das?

by Mariama Hiestand
on 11. März 2021
Schlaganfall

Ein Schlaganfall ist ein Durchblutungsproblem und manifestiert sich entweder als Blutung (Hämorrhagisch) der Hirngefässe oder als Blockierung der Hirngefässe (ischämisch). Es kann zu einem Verlust der Leistungsfähigkeit des Körpers und zu anderen Komplikationen kommen.

Schlaganfall ist eine der Haupttodesursachen und für körperliche Behinderungen in westlichen Ländern. In den ersten 30 "poststroke" Tagen liegt die Mortalität bei 17% - 34% und im ersten Jahr bei 25% - 40%.

 

Es gibt diverse Risikofaktoren wie z.B. erhöhter Cholesterinspiegel, Rauchen, bewegungsarme Lebensweise, Übergewicht, übermässiger Alkoholkonsum, erhöhter Blutdruck, Diabetes mellitus, Alter oder das männliche Geschlecht. Wichtig zu wissen ist, dass es beinflussbare und nicht beeinflussbare Risikofaktoren gibt. Die beinflussbaren Risikofaktoren kann man durch einen gesünderen Lebensstil, wie z.B. mehr Bewegung oder bewusstere Ernährung, steuern.

Was sind die Symptome?

Es kommt zu einer plötzlichen halbseitigen Körperlähmung (Arm, Bein und Gesichtsmuskulatur), welche komplett oder inkomplett sein kann. Dazu können auch Sensibilitätsstörungen, Wahrnehmungsstörungen, Schluck- und Sprechstörungen (Aphasien), Inkontinenz etc. auftreten. Circa 80% der Schlaganfallpatienten haben eine Handlähmung - viele von ihnen bekommen die Handfunktionen nicht mehr wieder. Depressionen treten häufige als spätere Komplikation auf.

Allgemeine Behandlung

Nach der Frührehabilitation im Spital können die Patienten mit ambulanter Therapie in der Praxis fortfahren. In dieser Phase können Patienten motorische Funktionen weiter trainieren. In der Praxis lernen sie spezifischen Aufgaben, wie z.B. vom Rollstuhl aufzustehen, zu stehen und evt. sogar wieder zu gehen.

Koordination, Gleichgewicht und Kraft werden trainiert, um unter anderem Stürzen vorzubeugen. Es ist bekannt, dass Schlaganfallpatienten kardiopulmonale Veränderungen haben können. So wird auch die Ausdauer dieser Patienten mit Fitnessprogrammen z.B. auf dem Laufband oder mit Nordic Walking trainiert.

Auch für die Handfunktionen gilt es gezielte Fertigkeiten zu üben, wie zum Beispiel in einer Spiegeltherapie. Darauf sind vor allem Ergotherapeuten spezialisiert.

Alle Therapien sollten möglichst alltagsnah für den Patienten gestaltet werden.

Das Inkontinenzsymptom ist sehr unangenehm für die Betroffenen. Falls dies auftritt, können kompetente Beckenboden-Therapeuten gut helfen.

Wir Physiotherapeuten sind mit unseren Therapie-Möglichkeiten spezialisiert in der Behandlung von Schlaganfallpatienten. Sei es beim Patienten zuhause mit Domizilbehandlung, in der Rehaklinik oder anschliessend ambulanter Physiotherapie in der Praxis.

Ein wichtiger Aspekt ist für uns die Einbeziehung der Angehörigen, um die Patienten sozial und emotional zu unterstützen und so die Rehabilitation zu verbessern.

Vor allem bei Depressionen, aber auch bei anderen Komplikationen, spielen die Familie und das soziale Umfeld eine sehr wichtige Rolle in der Betreuung und Unterstützung von Betroffenen.

Gemeinsam gelingt eine gute Rehabilitation!

Quellen:

(Musicco, Emberti, Nappi, und Caltagirone (2003), Bonita 1992, La Rosa, Celan, Duca, Righetti, Saltalamacchia, Ricci, 1993).

Schubert, F., & Lalouschek, W. (2011). Schlaganfall. In Klinische Neuropsychologie (pp. 345-356). Springer, Vienna.

Kang, T. W., Lee, J. H., & Cynn, H. S. (2016). Six-week Nordic treadmill training compared with treadmill training on balance, gait, and activities of daily living for stroke patients: a randomized controlled trial. Journal of Stroke and Cerebrovascular Diseases, 25(4), 848-856.

Saunders, D. H., Sanderson, M., Brazzelli, M., Greig, C. A., & Mead, G. E. (2013). Physical fitness training for stroke patients. Cochrane Database Syst Rev, 10(9), 2235.

Knecht, S., Hesse, S., & Oster, P. (2011). Rehabilitation nach Schlaganfall. Dtsch Arztebl Int, 108, 600-606.

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