Schmerz als Warnsignal aus der Sicht der Myoreflextherapie

by Claudia Bergmann
on 18. Mai 2021
Rückenschmerz Sportlerin

Schmerz wird als Warnsignal verstanden, als Signal also, mit dem der Körper uns auf ein Fehlverhalten, eine Verletzung oder eine Erkrankung aufmerksam macht.

Dieses Alarmsignal ist sinnvoll, wenn es darum geht, den Finger rasch von der heissen Herdplatte wegzuziehen oder beispielsweise bei Gallenkoliken den Arzt zu rufen.

Es ist jedoch wichtig, diese Signale vom Körper zu unterscheiden.

 

Um die Myoreflextherapie richtig ansetzen zu können, wird zwischen dem somatischen (Körper-Schmerz) sowie dem viszeralen («Eingeweide-Schmerz») differenziert. Der somatische Schmerz kann untergliedert werden in Oberflächenschmerz, welcher die Haut betrifft und in den Tiefenschmerz, welcher die Knochen, Gelenke und Muskulatur betrifft. Viele Ursachen des Tiefenschmerzes haben ihre Wurzeln in einer Störung bzw. Dysbalance der Bewegungsgeometrie. Hier setzt in der Physiotherapie die Methode der Myoreflextherapie an.

Zusammengefasst fungiert Schmerz als ein sinnvolles, protektives Warnsystem. Beim oben genannten Tiefenschmerzen ist eine Behandlung mit Schmerzmittel sehr oft kontraindiziert und sicher nicht das Mittel erster Wahl. Denn mit einem Ausblenden des Warnsignalschmerzes, kann aus einer Störung oder Dysbalance eine Verletzung bis zu einer Zerstörung führen.

Liegt bei einem Patienten die behandelte Schmerzproblematik nicht in einer gestörten Biomechanik begründet, so reagiert der Organismus nicht oder sehr schlecht auf die myoreflextherapeutischen Stimulationen. Das heisst, dass chronische Rückenschmerzen, myoreflextherapeutisch meist sehr gut und nachhaltig behandelt werden können.

Liegt das Problem jedoch eher viszeral oder auch tumorbedingt, kommt es mit Myoreflextherapie zu keiner Schmerzminderung. Denn die Bedeutung des Schmerzes/Beschwerden ist auf eine Ursache zurückzuführen, die auf diesem Wege nicht behoben oder korrigiert werden kann.

Weitere Ärztliche Abklärungen oder radiologische Untersuchungen wären der nächste Schritt. So wird die Myoreflextherapie zu einer höchst sensitiven differentialdiagnostischen Screening Methode und ist somit in der Lage, zielgerichtet und mit einer hohen Trefferquote mit anderen Fachdisziplinen zusammenzuarbeiten.

 

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